Die Wende am Ende
Kulturrisse 04/2007
Transformationen in Südosteuropa sind Fokus der letzten Ausgabe des Jahrgangs 2007: Was bleibt von bald 20 Jahren Mauerfall?
VorRisse
Radostina Patulova, Ljubomir Bratić, Markus Griesser
EinRisse
Ein Gespräch mit den Aktivisten von RESF
Die Kulturrisse sprachen mit den AktivistInnen von RESF über die Situation der Migranten in Frankreich und die aktuelle Debatte darüber.
Oppositionen
Boris Buden
Über Kritik als gegenkulturelle Übersetzung: Der postkommunistische Diskurs funktioniert als eine Art historische Meistererzählung: die bekannte Geschichte über den Zusammenbruch des Kommunismus 1989 und den endgültigen Sieg des Kapitalismus und der liberalen Demokratie.
Oppositionen
Radostina Patulova
Zur Konstruktion „des Ostens“ entlang von Frauenkörpern: „Der Osten“ wird dabei doppelt imaginiert: Einerseits als „die Osten“ in der Gestalt eines Frauenüberkörpers, der verschlingende Züge annimmt, andererseits als verfügbarer Frauenkörper, in den Lust bzw. Hausarbeit ausgelagert wird.
Oppositionen
Ljubomir Bratić
Zur Rolle der Eliten im Transformationsprozess: Das Neue an den Eliten im Osten Europas sind nicht die Menschen, sondern die Worte, die aus ihren Mündern fließen. Mit dem kleinen Unterschied, dass dieser neuartige Redefluss materiell viel lukrativer ist, als derjenige von vor zwanzig Jahren.
Oppositionen
Therese Kaufmann und Beat Weber
Es ist die Ankaufspolitik der westlichen Banken und Versicherungen und ihrer Stiftungen, die heute die Geschichte der osteuropäischen Konzeptkunst schreibt. Durch die Tätigkeit einer Handvoll von ExpertInnen im Dienste privater Stiftungen wird aus hegemonialer Perspektive ein retrospektiver Kanon erstellt.
Oppositionen
Dimitar Denkov
Zur Transformation des bulgarischen Bildungssystems: Dieses Beispiel zeigt am krassesten den ideologischen Gehalt der Lissabon Strategie-Schwüre um die Wissensgesellschaft, die offensichtlich nur für jene zugänglich ist, die von Geburt aus die Chance haben, in das Bildungssystem eines reichen Landes eingebunden zu sein.
Oppositionen
Nedim Sejdinović
Zu den Umwälzungen im Printmediensektor (Süd-)Osteuropas: Die Medien bspw. in den Ländern des ex-jugoslawischen Raums sind heute auf wesentlich niedrigerem beruflichem Niveau, als sie es am Anfang der Transition waren.
Sputniks Exits
Radostina Patulova
Sputniks Exits
Marty Huber
Kulturpolitiken
Elisabeth Mayerhofer
Der Dienstvertrag allein macht schon länger nicht mehr glücklich, denn die Durchschnittsgehälter von Angestellten im Kulturbereich sind wenig berauschend. Erwerbsarbeit bedeutet somit in vielen Fällen nicht mehr die Sicherung der materiellen Lebensgrundlage, sondern bestenfalls eine Möglichkeit für aktives Networking mit Versicherung und Taschengeld.
Kulturpolitiken
Zuzana Brejcha
Zur Novelle des Künstlersozialversicherungsfondsgesetzes: Chaos statt Vision. Nach vielen Ankündigungen und Hoffnung auf unserer Seite bleibt zu sagen: Die Enttäuschung über die geplante Novelle des KSVF ist groß. Keine einzige Forderung der Kunstschaffenden wurde im vorliegenden Entwurf erfüllt.
Kulturpolitiken
Cristiane Tasinato
Zur Diskussion um mögliche Partizipationsmodelle im Rahmen der Kulturhauptstadt Linz 09: Gibt es Konzepte zur Einbindung bestimmter Gruppen, wie der heterogenen Gruppe der MigrantInnen und AsylwerberInnen, als aktiv Beteiligte im Rahmen von Linz 09?
Kulturpolitiken
Sophie Goltz
There is no alternative! The future is self-organized (1). Die Besucherschule der documenta war und ist kein Propagandainstrument der Ausstellungsleitung; sie war es selbst 1972 nicht, als ich ganz maßgeblich an der Entwicklung des d5-Konzeptes beteiligt war. (Brock)
Kulturpolitiken
Ljubomir Bratić
Die Vereindeutigung durch den Begriff „Ausländer“ – und die Widersprüchlichkeit aktueller Bildungsdebatten: Im Alltag werden die realen Existenz- und Funktionsweisen der Individuen sehr wohl unterschieden. Der rassistische Verstand aber erklärt diese Art von Vielfalt für unwesentlich und für unveränderlich.
Kulturpolitiken
Nicole Delle Karth
Was haben § 48 Mediengesetz und die Fußball-Europameisterschaft 2008 gemeinsam? Wenn Ortsbildpflege zur Zensur wird...
Kulturpolitiken
Klemens Pilsl
Stell dir vor, es gibt öffentlichen Raum und keinen interessiert es: Im Jahr 2005 privatisierte die Stadt die Litfaßsäulen im Zentrum. Der öffentliche Raum im Linzer Zentrum wurde damit teilprivatisiert, von freier Kultur bereinigt und präpariert für glatte Massenkultur ohne Ecken und Kanten.
Kulturpolitiken
Franz Fend
Schlaglichter auf die freie Medienszene in Oberösterreich: Radikale Maßnahmen der Staatsmacht gegen freie Medien sind hierzulande selten geworden. Die herrschende Hegemoniemaschine scheint die Äußerungen einer Gegen- öffentlichkeit problemlos zu verdauen.
Kulturpolitiken
Katharina Ludwig
Politisierung am aufgeriebenen Scharnier der 80er: Die 1980er Jahre werden heute vor allem als Sammelsurium kuriosen Übels verkauft, als Geburtsstunde von Margaret Thatchers „There Is No Alternative“ und von popkultureller Zeitgeistigkeit zum Tode. Wirklich greifbar scheint die Dekade aber nicht.
Fokus
Monika Mokre
Ein Meilenstein – aber auf dem Weg wohin?
Kunstpraxen
Julien Enoka Ayemba, Jochen Becker, Sonja Hohenbild und Brigitta Kuster
Ein E-Mail-Interview zur Arbeit von Remember Resistance (RemRes)
Kunstpraxen
Marty Huber
Über eine Coverband der anderen Art und ihrem spielerischen Umgang mit lesbischer (Pop-)Kultur: Erfreut sich die junge Lesbe bei Liedern wie The Cold Touch of Leather eher an den Beats, so erinnert sich manch andere an lange Lagerfeuernächte.
KRRRRRISSE
Birge Krondorfer
Kosmopolitiken
Stephanie Weiss
In Italien ist die Wohnrechtsbewegung, die vom Recht auf Wohnen als einem Grundrecht ausgeht, relativ weit verbreitet, aber auch vielfältig und von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Hier soll das Beispiel einer relativ jungen Bewegung in Reggio Emilia skizziert werden.
Kosmopolitiken
Klaus Kindler
Ein Rückblick auf die mediale Inszenierung von „Dreißig Jahre Deutscher Herbst“: Den modernen Kommunikationsmedien fällt eine zentrale Rolle beim Agenda Setting relevanter Themen einer kollektiven Erinnerung zu.
Kosmopolitiken
Raimund Minichbauer
Die EU-Kulturagenda und die Rolle der Kulturschaffenden: Wie weit werden EU Institutionen bereit sein, Eigenlogik und Selbstorganisation des Kulturbereichs zu akzeptieren und an bestehende Ansätze anzuschließen, anstatt Versuche zu unternehmen, den Bereich von oben zu strukturieren?
Kosmopolitiken
Marina Gržinić
Zu einem neuen Zeitschriftenprojekt und zu den Gründen seiner Existenz am Beispiel der „izbrisani“, der Staatenlosen, in Slowenien, die durch klar biopolitische Aktionen in denizens, oder geleugnete, abgelehnte BürgerInnen verwandelt werden.
Schriften
Marty Huber
über die einsamkeit kommunistischer gespenster und die rekonstruktion der zukunft.
Schriften
Jo Schmeiser
Von ,Luftmenschen‘, Kindern des Schtetls und der Revolution.