antirassistisch-feministische Interventionen
Kulturrisse 02/2004
Rassismus und Sexismus sind auf komplexe Art miteinander verknüpft. Erst durch das Zusammenwirken auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen entfalten sie die Macht, Frauen und MigrantInnen ein- oder auszuschließen.
VorRisse
Rosa Reitsamer und Jo Schmeiser
Oppositionen
Ishraga Mustafa Hamid
Wie steht es um die Wahrnehmung Schwarzer Frauen im Kunst- und Kulturbereich? Für eine egalitäre Zusammenarbeit braucht es gleichen Zugang zu finanziellen Ressourcen. Doch sind diese sehr beschränkt und werden extrem hierarchisch verteilt.
Oppositionen
Beatrice Achaleke
In der weißen Mehrheitsgesellschaft stehen AfrikanerInnen symbolisch für (oft unerwünschte) Zuwanderung. Auch wenn sie schon lange Zeit in Österreich leben oder dort geboren sind, werden sie von Mehrheitsweißen als ZuwanderInnen gesehen.
Oppositionen
Rosa Reitsamer
Der Versuch, die dominante Position in der Rock- und Popmusik aufzuspüren zeigt, wie weiße, maskuline Popidentitäten durch kulturelle Praktiken ständig neu konfiguriert und vermarktet werden. Diese Freiheit bleibt Menschen nicht-weißer Hautfarbe, Frauen und Homosexuellen in ihren kulturellen Praxen verwehrt.
Oppositionen
Tine Plesch
Im Popbusiness spielen auch Frauen eine zentrale Rolle, die mittlerweile jenseits jener der Vorzeige- und Quotenfrauen angesiedelt ist. Wichtig ist nicht nur, den Spieß umzudrehen und Musikerinnen auf der Bühne zu zeigen, sondern vor allem die Selbstermächtigung, die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Förderung der eigenen Kreativität.
Oppositionen
Vina Yun
Wenn die weibliche Präsenz in kulturellen Szenen, Genres etc. diskutiert wird, tauchen im Wesentlichen zwei Aspekte auf: Frauen als Kulturproduzentinnen im engeren Sinne und Frauen als Publikum bzw. Konsumentinnen. In jedem Fall können diese beiden Aspekte nicht getrennt voneinander betrachtet werden.
Katjuschas Statement
Hito Steyerl
katjuschas statement: eine kanakin + ein tschusch ... = diskursive stalinorgel
Katjuschas Statement
Boris Buden
katjuschas statement: eine kanakin + ein tschusch ... = diskursive stalinorgel
Kulturpolitiken
Andrea Mayer-Edoloeyi
Im Rahmen des EU-Projektes ARTWORKS geht es um Kunst im sozialen Raum, der das Geld fehlt. Da gibt es keine großen Ausstellungseröffnungen, keine großartigen Premieren. Nicht das Werk, sondern der Prozess steht im Vordergrund.
Kulturpolitiken
Michael Petrowitsch
Graz hat gerade sein Landeskulturhauptstadtjahr hinter sich gelassen und gleichzeitig auch die Bereitschaft, mehr aus sich zu machen. "Nachhaltigkeit" postulierte man keck im Vorfeld, vom "Ruck" der durch die Landeshauptstadt gehen möge, war die Rede.
Kulturpolitiken
Martin Birkner
Kritische Bemerkungen zu Chantal Mouffes Beitrag "Exodus oder Stellungskrieg?" in Kulturrisse 01/04.
Kulturpolitiken
Martin Wassermair und Patricia Köstring
Der Förderpreis zur Politischen Kulturarbeit versteht sich als ein Paket aus Sichtbarkeit und Ausweitung der Interventionszone, das neue Nachhaltigkeit erzeugen kann - ein Experiment zugegeben, das zu versuchen sich allemal lohnt.
Kulturpolitiken
Lisa Mayr
Es macht sowohl im Software- als auch im Wissensbereich einen Unterschied, ob die Kontrolle in den Händen von Monopolkonzernen und Bildungseliten zentralisiert ist oder aber dezentralisiert in der Hand und den Hirnen tausender unabhängiger EntwicklerInnen, wie bei Open-Source-Software und freiem Hochschulzugang der Fall.
Kulturpolitiken
Felix Stalder und Konrad Becker
Was die Techno-Kultur dieser Tage beschäftigt, sind nicht in erster Linie neue Technologien. Es ist heute Konsens, dass wir das Soziale gar nicht ohne das Technische verstehen können und dass das Technische erst innerhalb des Sozialen relevant wird.
Fokus
Elisabeth Mayerhofer, Monika Mokre
Die wichtigste Gemeinsamkeit der feministischen und der Migrationsdebatte besteht wohl in dem problematischen Verhältnis zwischen politischer Praxis und Theorie: Was eigentlich ist die politische Bedeutung des Konzepts Frau oder des Konzepts MigrantIn?
Kosmopolitiken
Monika Mokre und Sonja Puntscher Riekmann
Die Bedeutung der politischen Öffentlichkeit stützt sich auf zwei politische Kernelemente: Das Primat des Politischen und die Konstitution des Untertanen zum Staatsbürger. Während die erste Bedingung durch die Hegemonie neoliberalen Denkens zunehmend erodiert, wird die zweite durch die ungleiche Entwicklung von Identitäten und politischen Repräsentationsstrukturen bedroht.
Kosmopolitiken
Heidemarie Uhl
Die EU-Integration ist nicht allein ein politisch-ökonomischer, sondern vor allem auch ein mentaler Prozess. Die Herausbildung einer kollektiven europäischen Identität scheint derzeit allerdings ein Problemfeld zu sein.
Kosmopolitiken
Andreas Pribersky
Es scheint, als müsste die österreichische Politik nicht bloß in den so genannten sensiblen Interessen, sondern auch im Alltag der nachbarschaftlichen Beziehungen eine gleichberechtigte Partnerschaft mit den Neuen erst lernen: ob die erweiterte EU dazu der Rahmen ist und die Zeit lässt, ist allerdings fraglich.