Plagiarismus und Ideenklau
Kulturrisse 01/2007
Während die Sampling-Praxen von HipHop & Co. längst von den Musikindustrien umarmt werden und in der bildenden Kunst mittlerweile eine Strömung namens Appropriation Art kanonisiert wurde, macht sich an den Universitäten hierzulande wie anderswo eine besondere Art von „Räuber und Gendarm“-Spiel breit: Dem Aufdecken von Plagiaten.
VorRisse
Stefan Nowotny, Markus Griesser
Oppositionen
Konrad Becker
Das praktisch jeder alles plagiieren kann, ist ein Angriff auf das Konzept von Bildung und Kultur als ehrwürdiger Besitz erhabener Eliten.
Oppositionen
Julia Hertlein
Wie sollte es möglich sein, die eigene Denksozialisation zu "zitieren"? Oder handelt es sich bei Zitattreue um eine wissenschaftsethische Utopie?
Oppositionen
Lisa Mayr
Die Inszenierung der Plagiatsfälle als das Vergehen einzelner Studierender, verstellt den Blick darauf, dass Plagiate auch eine Folge von Entwicklungen und Umbauprozessen an den Universitäten sind.
Oppositionen
Juliane Alton
Dürften Ideen im Sinne plötzlicher Eingebung nicht frei verwendet werden, würde daraus eine noch stärkere Verarmung des geistigen Austauschs entstehen, als überzogene Tendenzen im Urheber-, Marken- und Patentrecht jetzt schon verursachen.
Oppositionen
Cornelia Sollfrank
Beginnend in der frühen Moderne mit der kubistischen Collage und Dada-Gedichten ziehen sich künstlerische Aneignungen von Bild- und Textmaterial durch die gesamte Kunstgeschichte.
Sputniks Exits
Radostina St. Patulova
sputniks exits
Sputniks Exits
Marty Huber
sputniks exits
Kulturpolitiken
Daniela Koweindl
„Eine Person, die um ihre (aufenthalts-)rechtliche Position fürchten muss, ist in ihrer Freiheit, auch in der Freiheit des künstlerischen Schaffens eingeschränkt.“
(Doris Einwallner, Rechtsanwältin)
Kulturpolitiken
Rubia Salgado
Das Buch "Tandem. Polizisten treffen Migranten." erfüllt die Funktion der Verbreitung und der Legitimation der Idee des Multikulturalismus; das Projekt insgesamt bildet eine der perversesten Umsetzungen dieser Idee: die Humanisierung der Staatsgewalt!
Kulturpolitiken
Katharina Wegan, Martin Wassermair
Ein Denkmalprojekt in Oberösterreich versucht sich an einer zeitgemäßen Codierung der Gedächtniskultur.
Kulturpolitiken
Laila Huber
Das Kunsthaus Graz zeigt als Prestigeprojekt eindringlich die Diskrepanz zwischen dem Schein progressiver Kunst und dem Sein von im Kulturbetrieb Arbeitenden.
Kulturpolitiken
Aileen Derieg
Zum Buch „Freie Netze. Freies Wissen – Ein Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr Linz 2009“.
Kulturpolitiken
Franz Thalmair / CONT3XT.NET
Ob legal, illegal oder auf einer Metaebene, das Spiel mit Information und Urheberrecht im Internet ändert nichts an der Tatsache, dass bestehende Systeme gerade neu definiert werden (müssen).
Kulturpolitiken
Martin Wassermair
Österreichs Sozialdemokratie geht bei ihrer Rückkehr zur Regierungsmacht mit Politikverweigerung an den Start.
Fokus
Monika Mokre, Paul Stepan
Kunstpraxen
Jo Schmeiser
Was bleibt von einem Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, marginalisierte und unterdrückte politische Themen, Geschichten und Forderungen in den Mainstream zu bringen, sie dort zu zeigen und zu verankern?
Kunstpraxen
Ljubomir Bratic
Die Positionen von NGOs sind anders als die der SOMs. Der Hauptunterschied ist der, dass die NGOs professioneller mit Finanzen und Verwaltung umgehen können. Die Stärke der SOMs aber ist die, dass sie die Szenen kennen, dass sie ein Teil davon sind und kein Problem damit haben, Menschen zu mobilisieren.
Kunstpraxen
Belinda Kazeem
Ärzte ohne Grenzen und das Zoom Kindermuseum wollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit allen Sinnen erfahren lassen, wie das Alltagsleben in einem Flüchtlingslager vor sich geht. Eigentlich ja ein rühmliches Ziel. Das Problem ist wohl, dass rühmliche Ziele nicht unbedingt rühmlich enden.
Kunstpraxen
Gerald Raunig
„Aufzeichnungen zum Widerstand“ ist keineswegs „haarsträubend unorganisiert“, sondern repräsentiert die vielen verschiedenen Haltungen und Organisationsformen des Widerstands in den 1930ern und 1940ern in ihrer Diversität.
Kosmopolitiken
Peter Grabher
Das Fehlen kulturpolitischer Themen in der öffentlichen Debatte ist symptomatisch: Diese passen nicht in den Bezugsrahmen marktorientierten Denkens, welches sich kulturell in der Spaltung zwischen elitärer Hochkultur und kommerzieller Spektakelkultur ausdrückt.
Kosmopolitiken
Hakan Gürses
Selbst jene, die einst das multikulturelle Konzept als Gutmenschgefasel missbilligten, bekommen glänzende Augen, wenn sie das Wort „interkulturell“ hören.
Kosmopolitiken
Tim Schmalfeldt
Während die EU seit zwei Jahren den Schutz der kulturellen Vielfalt vor einer schier übermächtigen US-Unterhaltungsindustrie fordert, sieht sie sich nun plötzlich als „Supermacht“ im globalen kulturellen Wettrüsten.